Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule

Fachbereich 5: Politik und Gesellschaft, Recht / Wirtschaft, Umwelt und Verbraucher

Politik und Gesellschaft

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"Verschwörungstheorien füllen ein Sinndefizit auf. Sie sind auch eine Reaktion auf die Entzauberung der Welt" (Zitat aus dem Buch "Nichts ist, wie es erscheint" von Michael Butter, 2018, edition suhrkamp).

Die VHS Neuss lädt Sie zu Beginn des Semesters zu einem Vortrag mit Lesung von Professor Dr. Michael Butter ein. Prof. Butter hat 2018 in der edition suhrkamp das Buch "Nichts ist, wie es scheint" veröffentlicht und spricht im Romaneum über die unglaublichsten und dennoch geglaubten Verschwörungstheorien und darüber, was aktuelle Verschwörungstheorien über unsere Zeit aussagen.

Prof. Butter über seinen Vortrag:
"Seit 2015 Hunderttausende Flüchtlinge in die Bundesrepublik kamen, kursiert im Netz die Theorie vom »Großen Austausch«: Das Land solle von einer globalen »Finanzoligarchie« mittels der »Migrationswaffe« ausgeschaltet werden. Neben mangelndem Vertrauen in die Politik ist der Glaube an Verschwörungstheorien ein Merkmal des populistischen Brodelns. Doch was macht eine Erklärung zu einer Verschwörungstheorie? Warum sind sie für viele so attraktiv? Und was kann man dagegen unternehmen?
Antworten auf solche Fragen findet man seltener als Verschwörungstheorien selbst. In meinem Vortrag erläutere ich, wie solche Erzählungen funktionieren, wo sie herkommen und welche Auswirkungen sie haben können. Die Theorien sind zwar immer falsch; als Symptom muss man sie dennoch ernstnehmen. Gegenwärtig sind sie ein Indikator für die demokratiegefährdende Fragmentierung der Öffentlichkeit."

Pressestimmen zum aktuellen Buch "Nichts ist, wie es erscheint" von Michael Butter:
»Es ist ein Buch, das einsam leuchtet wie ein Chemtrail am Abendhimmel. Womöglich ist es das Buch des Jahrzehnts.« Sascha Lehnarzt, Welt am Sonntag
»Butter vermag mit erstaunlichen Erkenntnissen aufzuwarten ... « Uwe Schütte, der Freitag 11/2018

Hören, erleben und kommen Sie ins Gespräch mit Prof. Michael Butter.
Im Anschluss an den Vortrag lädt die VHS Sie anlässlich des Semesterbeginns ein, bei Getränken den Vortrag nachklingen zu lassen.
EU-Kommissionspräsident Juncker schrieb am 7.10.2016 an den kolumbianischen Präsidenten Santos: "Glückwunsch an den Nobelpreisträger - von einem Kontinent des Friedens an ein Land, dessen Frieden anbricht". Santos erhielt den Friedensnobelpreis für das Friedensabkommen mit der 52 Jahre lang kämpfenden FARC, der größten Guerilla des Landes. In dem kolumbianischen Krieg zwischen Guerillas, Armee und Paramilitärs waren insgesamt mehr als 220.000 Menschen getötet worden. Gräueltaten wurden von allen Kriegsparteien begangen. Die weitaus meisten Opfer stellte die Zivilbevölkerung.
Was hat sich verändert seit dem Abschluss des Friedensabkommens Ende 2016?
Auf ihrer Reise durch Kolumbien im Februar 2018 hatten die Referentinnen Margaret Buslay (pax christi/attac) und Gabriele Pucher (attac) Gelegenheit, Vertreter/innen sozialer Bewegungen sowie Nichtregierungsorganisationen zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Deren Einschätzung des Friedensabkommens werden die Referentinnen schildern. Sie berichten von Auswirkungen der neoliberalen Wirtschaftspolitik und von sozialem Widerstand: z. B. in Bezug auf den größten Kohletagebau Südamerikas, der die ländliche Bevölkerung ihrer Lebensgrundlagen beraubt.
Die Referentinnen erzählen auch von alternativen Projekten, die mutige Kolumbianerinnen und Kolumbianer initiieren.

Anmeldung: Siehe Kursdetails Populismus - Die einfachste Lösung?

( ab Mi., 10.10., 18.30 Uhr )

Konfrontiert mit einer unüberschaubaren Auswahl an Möglichkeiten und Herausforderungen bei der eigenen Meinungsbildung reagiert man zunehmend blockiert. Der Zwang, sich ständig und überall neu verorten zu müssen, um in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung handlungsfähig zu bleiben, lässt einfache politische und gesellschaftliche Lösungsvorschläge immer attraktiver erscheinen. U. a. Unzufriedenheit und informative Überforderung treiben immer mehr Menschen in die Hände von Populisten.
Geben diese Bürgerinnen und Bürger ihre eigene Meinung auf? Warum kann es dazu kommen? Und was kann man selbst tun, um Populismus angemessen zu begegnen?
In diesem Vortrag mit anschließender Diskussion soll es darum gehen, die aktuelle Entwicklung kulturell, medien- und wirtschaftshistorisch einzuordnen, um Phänomene des Populismus besser zu verstehen und individuell sinnvolle Strategien im Umgang mit populistischen Phänomenen zu entwickeln.
Hören, erleben und diskutieren Sie mit Albrecht von Lucke über die Große Koalition.

Albrecht von Lucke zu seinem Vortrag:
"Seit gut einem halben Jahr befinden wir uns in der vierten "GroKo" - und vielleicht auch in der letzten. Denn was 1966 mit knapp 90 Prozent tatsächlich als ganz Große Koalition begann, ist heute mit wenig mehr als 50 Prozent zur letzten kleinen Koalition geworden.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die deutsche Sozialdemokratie befindet sich in ihrer schwersten Krise der Nachkriegsgeschichte. Und die Union in einer Übergangskrise in die Nach-Merkel-Ära.
Damit stellen sich in den nächsten Jahren vor allem drei entscheidende Fragen: Wird es der SPD gelingen, sich aus ihrer existenziellen Identitätskrise zu befreien? Oder reicht der enger werdende Platz in der Mitte des Parteienspektrums zukünftig nur noch für eine der beiden Volksparteien? Oder erleben wir gar den Niedergang beider Volksparteien und, wie heute bereits im Osten, auch im Westen des Landes den Aufstieg einer neuen völkischen Sammlungsbewegung ganz eigener Art - und damit den Übergang in eine völlig andere Republik?"

Albrecht von Lucke ist Jurist und Politikwissenschaftler und lebt in Berlin. Seit 1999 ist er als freier Publizist, Korrespondent und Redakteur der Monatszeitschrift "Blätter für deutsche und internationale Politik" tätig, seit 2003 arbeitet er für die Blätter als Redakteur. Neben dieser Tätigkeit schreibt von Lucke auch für andere Zeitungen (unter anderem für den Freitag, für die tageszeitung und den Vorwärts). Er arbeitet außerdem für Rundfunk und Fernsehen, für die er politische Kommentare beisteuert und an Diskussionen teilnimmt (u. a. ARD - "Presseclub" und "Maischberger", WDR 5 "Politikum", SWR2 "Forum", DLF "Der Tag", 3sat "Kulturzeit").

Nach dem Vortrag von Herrn von Lucke haben Sie die Gelegenheit, in lockerer Runde die aufgeworfenen Fragen und Thesen weiter zu diskutieren.
Eine Veranstaltung der VHS Neuss in Kooperation mit dem Landesbüro NRW der Friedrich Ebert Stiftung.
Drei Finanzkrisen in nur zehn Jahren zeigen: Der Kapitalismus tritt in eine neue Phase ein. Ulrike Herrmann erklärt, wie Wachstum entsteht, warum Kapital nicht das Gleiche wie Geld ist, warum Geld nicht reich macht, warum Großkonzerne herrschen, warum die Globalisierung nicht neu ist - und warum der Kapitalismus zusammenbrechen wird.
Ein Vortrag der zur Diskussion und zum Weiterdenken anregt.

Ulrike Herrmann arbeitet als Wirtschaftskorrespondentin bei der "tageszeitung" (taz). Zudem ist sie regelmäßiger Gast im Radio und im Fernsehen. Herrmann ist ausgebildete Bankkauffrau und hat an der FU Berlin Geschichte und Philosophie studiert. Zuletzt erschienen im Westend Verlag ihre Bestseller "Hurra, wir dürfen zahlen" (2010), "Der Sieg des Kapitals" (2013) sowie "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung" (2016).
Ob und wie Politik, Banken und Konzerne islamistischen Extremisten in die Karten spielen, hat Sascha Adamek für sein neuestes Buch "Scharia-Kapitalismus" untersucht. Adamek ist deutscher investigativer Journalist, Filmemacher und seit 1999 Autor für die ARD-Magazine MONITOR und KONTRASTE, sowie für Reportagen und Dokumentationen für den WDR und RBB. Sein erschreckendes Fazit: Den Kampf gegen unsere Freiheit finanzieren wir selbst.
"Der Islamismus sieht sich als Todfeind des Westens und seiner Lebensweise. Unglaublich ist es daher, wie bedenkenlos deutsche Unternehmen, Verbände und Politiker mit Vertretern dieser Weltanschauung gemeinsame Sache machen," erklärt Adamek.
In seinem Vortrag nimmt er ein Marktsegment der Weltwirtschaft ins Visier, das sich für unsere Gesellschaften als besonders explosiv herausstelle: den Handel mit Staaten, die den radikalen Islam nicht nur zur Staatsreligion erklärten, sondern ihn auch in alle Welt exportierten. Adamek präsentiert zugleich fotografische Einblicke in das WM-Land Katar, das er 2017 für seine Recherchen aufsuchte.
Neben den Recherchen über Finanzströme aus dem Nahen Osten, die hierzulande islamistische Strukturen unterstützten, präsentiert Adamek auch die Schwierigkeiten der Recherche über deutsche Moscheevereine. Sein Fazit: deren Finanzierung sei oft eine Blackbox.
Die VHS Neuss lädt Sie ein, Sascha Adamek im Romaneum zu hören und zu erleben und bietet Ihnen die Möglichkeit, mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Anmeldung: Siehe Kursdetails Zu Fuß durch ein nervöses Land

( ab Do., 22.11., 18.30 Uhr )

Der Philosoph und WDR-Journalist Jürgen Wiebicke lässt Interessierte am 22. November 2018 an seiner Reise durch unser Land teilhaben auf der Suche nach Menschen, die sich um mehr kümmern als um ihr privates Wohlbefinden - und gerade deshalb glücklich sind.

Die Ankündigung seines Buch "Zu Fuß durch ein nervöses Land" (Kiepenheuer&Witsch, 2016):
"So geht’s nicht weiter. Aber wohin sonst? Ein Land im Krisenmodus, die Welt in labilem Zustand - wie lässt sich dennoch ein gutes Leben leben?
Immer mehr Menschen spüren ein zunehmendes Unbehagen daran, dass an dem derzeitigen individualistischen Lebensstil etwas grundsätzlich faul ist. Aber wie er zu ändern wäre, ist immer noch äußerst unklar. Gegen diese Lähmung im Denken und Handeln ist das Wandern seit jeher eine großartige Therapie. Daher ist der Philosoph Jürgen Wiebicke einfach losgelaufen, um etwas über den Zustand unserer Gesellschaft zu erfahren, über den Krisenmodus, in dem wir stecken - und um Menschen zu begegnen, die ganz konkret neue Formen des politischen Engagements erproben. Er trifft Künstler, Millionäre und Sportler, spricht mit Leitern von Jugendhilfezentren und Flüchtlingsheimen, besucht unter anderem ein Schützenfest, Yoga-Sitzungen im Klostergarten und einen Schlachthof. Er stellt fest: Nicht nur angesichts der Flüchtlinge wächst die Bereitschaft, sich um mehr als um den eigenen Vorgarten zu kümmern und sich für ein gelingendes Gemeinwesen einzusetzen."

Die VHS lädt Sie ein, die Lesung von Jürgen Wiebicke zu erleben und mit ihm über seine Erfahrungen ins Gespräch zu kommen.

Wiebicke studierte Germanistik und Philosophie. Er wurde dann über die Stationen des Volontärs und Redakteurs Redaktionsleiter beim Sender Freies Berlin (SFB). Anschließend machte er sich selbstständig und begann 1997 als freier Journalist beim Sender WDR 5. Dort moderiert er das Vormittagsprogramm "Neugier genügt", die Sendung "Funkhausgespräche" und jeden Freitagabend "Das philosophische Radio". Weiterhin moderiert er in unregelmäßigen Abständen die Sendung "Länderzeit" im Deutschlandfunk.
Als Autor schreibt Wiebicke seit 2011 in der Zeitschrift Philosophie Magazin und arbeitet am Programm des internationalen Philosophie-Festivals phil.Cologne mit. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Medienethik-Preis META der Hochschule für Medien Stuttgart ausgezeichnet. Zuletzt erschienen seine Bücher "Dürfen wir so bleiben, wie wir sind?", "10 Regeln für Demokratie-Retter" und "Zu Fuß durch ein nervöses Land" bei Kiepenheuer & Witsch.
Nach den Novemberpogromen 1938 organisierte allen voran die britische Regierung die Ausreise von über 10.000 Kindern, die als "jüdisch" im Sinne der Nürnberger Gesetze galten, aus dem Deutschen Reich und aus von diesem bedrohten Ländern. Die ersten Kinder konnten in der ersten Dezemberwoche - also genau vor 80 Jahren - in Zügen und mit Schiffen ausreisen. Die meisten sahen ihre Eltern nie wieder. Nicht selten waren sie die einzigen aus ihren Familien, die den Holocaust überlebten.
Lilly Maier hat für ihre Forschungsarbeit über die Kindertransporte den "Forscherpreis für exzellente Studierende 2014" gewonnen und bringt nun mit "Arthur und Lilly - Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende - Zwei Leben, eine Geschichte" eine historische Reportage über die Lebens- und Fluchtstationen eines Wiener Jungen heraus, der über Paris und New York nach Los Angeles floh, wo er als Erwachsener Raketeningenieur und Vater dreier Söhne wurde.

Flucht und Aufnahme von Geflüchteten - heute wie damals ein drängendes Thema.
Wie genau wirkt sich Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen aus? Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für jeden Einzelnen? Und auf welche Weise gestaltet eine zunehmend vernetzte Welt Demokratie, Datensicherheit, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft um? Digitalisierung betrifft jeden - und verändert unseren Alltag und unser Berufsleben fundamental.
Christoph Drösser, Journalist im Silicon Valley, Sascha Friesike, Professor für digitale Innovation und Wolfgang Schulz, Professor für Medienrecht, zeigen in diesem gerade neu erschienenen Seminar der ZEIT Akademie eindrucksvoll, wohin die rasante Reise geht.
Im Anschluss an jede Video-Lektion der ZEIT Akademie steht Ihnen mit Jan Salge ein erfahrener Dozent zur Seite, um gemeinsam mit Ihnen die Inhalte zu reflektieren, Fragen zu klären und Spannendes im Gespräch weiter zu denken.
Themen:
Einführung; Die Digitalisierung des Alltags
Big Data und Algorithmen - Die Suche nach der Nadel im digitalen Heuhaufen
Demokratie und Macht - Verbessert das Internet die Teilhabe an wichtigen Entscheidungen?
Medien und Urheberrecht - Von sterbenden Zeitungen und raubkopierten Filmen
Wissenschaft - Wie die Digitalisierung Forscher vernetzt
Bildung und Kompetenz - Die Welt des unbegrenzten Lernens
Datenschutz und Sicherheit - Wem gehören meine Daten?
E-Health - Die Chancen und Risiken der vernetzten Medizin
Kreativität - Neues schaffen mit digitalen Mitteln
Geschäftsmodelle - Neue Chancen für Unternehmen
Künstliche Intelligenz - Wenn Computer lernen können
Ausblick - Leben in einer digitalen Welt
Platon, Aristoteles, Kant, Habermas - begeben Sie sich mit dem renommierten Philosophen Prof. Dr. Julian Nida-
Rümelin auf eine spannende Gedankenreise von den antiken Denkern bis zu den modernen Klassikern. Schärfen Sie Ihre politische Urteilskraft auch zu aktuellen Debatten.
Freiheit, Gerechtigkeit, Partizipation - Julian Nida-Rümelin bietet mehr als eine Einführung und beleuchtet die Werte und Normen der Politik. Um die Grundfragen der politischen Philosophie zu beantworten, klärt er in zwölf Lektionen systematisch die zentralen Begrifflichkeiten von der historischen Einordnung bis zur heutigen Relevanz.
Im Anschluss an jede Video-Lektion der ZEIT Akademie steht Ihnen mit dem Philosophen Dr. Norbert Held ein erfahrener Dozent zur Seite, um gemeinsam mit Ihnen die Inhalte zu reflektieren, Fragen zu klären und Spannendes im Gespräch weiter zu denken.
Themen:
Einführung; Das klassische Paradigma: Erkenntnis und praktische Vernunft (Platon, Aristoteles)
Politik als Vertrag in der frühen Neuzeit (Hobbes, Locke)
Kollektiver Nutzen: der klassische und moderne Utilitarismus (Bentham bis Singer)
Kollektive und individuelle Autonomie (Kant, Rousseau)
Politik und Philosophie im 19. und 20. Jahrhundert
Erneuerung der politischen Philosophie seit den 1970ern (Rawls)
Vertragstheorie im 20. Jahrhundert (Buchanan, Nozick)
Politik und Gemeinschaft (kommunitaristische Kritik von MacIntyre, Sandel und Walzer)
Logik kollektiver Entscheidungen (Arrow, Condorcet, Gibbard und Satterthwaite)
Politik als Deliberation - Demokratie und Wahrheit
Demokratietheorien

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Telefon 0 21 31 / 90 41 51
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